Noch mehr.

Vaginismus. Mehr als eine Diagnose.

In der Akte ist es ein Wort. In deinem Leben ist es viel mehr.

Dein Körper stellt sich nicht an. Er schützt dich.

Aquarell-Muschel in Terrakotta-Tönen als Symbol für Vaginismus – geschützt, geschlossen, kostbar

Wie es sich anfühlt

Du willst ja.
Dein Körper hat längst entschieden.

Du liegst auf dem Stuhl. Jemand sagt: „Entspannen Sie sich."

Du willst ja. Du versuchst es wirklich.

Aber dein Körper hat längst entschieden. Er macht zu. Ohne dich zu fragen.

Und irgendwann liegst du abends wach und denkst: Mit mir stimmt etwas nicht.

Die Wahrheit

Dein Körper stellt sich nicht an.
Er schützt dich.

Vaginismus ist keine Einbildung. Keine Verweigerung. Kein Defekt.

Es ist ein Schutzreflex, der sich verselbstständigt hat. Ein Körper, der gelernt hat: Hier droht Schmerz. Und der seitdem schneller ist als jeder Wille.

Das ist kein Defekt. Das ist ein Körper, der verdammt gut aufgepasst hat.

Der medizinische Blick

Was in der Akte steht

In der Akte steht: Vaginismus — die unwillkürliche Anspannung der Beckenbodenmuskulatur. Sie macht Penetration schmerzhaft oder unmöglich. Beim Sex. Beim Tampon. Bei der gynäkologischen Untersuchung.

Scheidenkrampf nennt man das umgangssprachlich. Medizinisch: Vaginismus.

Die Medizin fasst das heute mit Schmerzen beim Sex zusammen. Ein Begriff: genito-pelvine Schmerz-Penetrationsstörung. Weil beides denselben Kreislauf teilt:

Angst → Anspannung → Schmerz → mehr Angst.

Dieser Kreislauf ist der eigentliche Gegner. Nicht dein Körper. Nicht du.

Und wichtig: Manchmal liegt hinter dem Schmerz auch etwas Körperliches. Eine Narbe. Eine Hautveränderung. Eine Infektion. Ein Hormonmangel. Deshalb gehört an den Anfang immer ein ärztlicher Blick. Nicht, weil etwas Schlimmes dahinterstecken muss. Sondern damit nichts übersehen wird.

Vier Sätze, die du vielleicht denkst

Was du vielleicht glaubst — und was stimmt

„Ich bin zu eng."

Bist du nicht. Anatomisch ist bei Vaginismus fast immer alles unauffällig. Es ist Muskulatur, die schützt — nicht Anatomie, die falsch ist.

„Ich stelle mich an."

Ein Reflex fragt nicht nach Erlaubnis. Du kannst ihn so wenig „einfach lassen" wie das Blinzeln, wenn etwas auf dein Auge zufliegt.

„Ich bin die Einzige."

Du kennst nur niemanden, der darüber spricht. Vaginismus gehört zu den häufigsten Gründen, warum Frauen sich sexualtherapeutische Begleitung suchen — und zu den Themen mit der größten Dunkelziffer. Viele Frauen tragen es jahrelang allein. Manche eine ganze Ehe lang.

„Das geht nie wieder weg."

Vaginismus gehört zu den sexuellen Beschwerden, bei denen sich für viele Frauen etwas bewegen lässt. Nicht über Nacht, und nicht bei jeder gleich — wie dein Weg aussieht, kann dir niemand vorher sagen. Aber ein Weg ist möglich, besonders wenn Körper, Kopf und Beziehung gemeinsam gedacht werden.

Woher es kommt

Manchmal war es immer da.
Manchmal kommt es später.

Manchmal war es immer da. Der erste Tampon, der erste Versuch — der Körper hat von Anfang an Nein gesagt.

Manchmal kommt es später. Nach einer schmerzhaften Untersuchung. Nach Infektionen, die sich eingebrannt haben. Nach Erfahrungen, die niemand hätte machen dürfen.

Und manchmal beginnt es im Kreißsaal. Eine Geburt, die Spuren hinterlassen hat. Eine Naht, die länger schmerzte als versprochen. Ein Körper, der seitdem sagt: Da nicht mehr.

→ Wenn dein Körper seit der Geburt nicht mehr loslässt: Sexual-Therapie nach der Geburt

Die Begleitung

Wie ein Weg aussehen kann

Kein Programm von der Stange. Aber damit du weißt, was dich erwartet — die Bausteine, aus denen wir deinen Weg zusammensetzen:

Verstehen.

Was in deinem Körper passiert. Warum er tut, was er tut. Allein das nimmt vielen Frauen den Druck.

Abklären.

Medizinische Diagnostik, körperliche Untersuchung und Behandlung erfolgen bei deiner behandelnden Gynäkologin vor Ort, in deinem Tempo. Meine medizinische Erfahrung hilft mir, dich darauf vorzubereiten und gemeinsam mit dir einzuordnen, was dabei herauskommt — die sexualtherapeutische Begleitung ist dabei meine Ergänzung, keine ärztliche Behandlung.

Den Körper neu kennenlernen.

Beckenboden wahrnehmen. Anspannung spüren. Loslassen üben. Schritt für Schritt, in Übungen, die du selbst steuerst. Niemand außer dir bestimmt das Tempo.

Die Beziehung mitnehmen.

Vaginismus betrifft selten nur eine Person. Da ist oft ein Partner, der sich zurückgezogen hat. Schuldgefühle auf beiden Seiten. Sex, der zum Minenfeld wurde. Auch das darf hier Platz haben — gemeinsam oder erstmal allein.

Paar-Therapie: wenn die Beziehung nach der Geburt kippt

Und wenn eine Geschichte dahinterliegt: Dann schauen wir sie an. Behutsam. Erst dann, wenn du so weit bist.

Nichts davon passiert gegen deinen Willen.
Nichts davon musst du können, bevor du anfängst.

Drei Blickwinkel, eine Begleitung

Warum bei mir

Vaginismus sitzt genau an der Stelle, an der drei Welten sich treffen: Medizin. Sexualität. Beziehung.

Deshalb erleben viele Frauen eine Odyssee — von der Gynäkologin zur Physiotherapie zur Psychotherapie und zurück. Überall ein Teil der Wahrheit. Nirgends das Ganze.

In der Fachliteratur gilt es als sinnvoll, Körperarbeit und sexualtherapeutische Arbeit zusammen zu denken, statt beides getrennt zu betrachten. Genau dafür bringe ich beide Blickwinkel mit. Wer nur Dilatatoren bekommt, nur Physiotherapie, nur Gespräche, bekommt oft nur ein Stück des Weges.

Ich bin Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Sexualtherapeutin und Paartherapeutin. Bei mir musst du deine Geschichte nicht dreimal erzählen.

Sexual-Therapie: dein Körper nach der Geburt

Aquarell-Hand mit orangefarbenem Kreis – Symbol für sanfte Berührung, Selbstbestimmung und den Weg aus dem Vaginismus

Noch nicht bereit für ein Gespräch?

Kostenloses Heft:
„Dein Körper sagt Nein.
Und hat recht damit."

Acht Seiten. Zwei Übungen. Sätze für den Alltag. Und das, was ich dir gerne persönlich sagen würde, wenn wir uns gegenübersitzen könnten.

Hol dir dein Heft — trag dich einfach hier ein:

PDF · 8 Seiten · direkt per E-Mail DSGVO-konform Kein Spam

Der erste Schritt

Der erste Schritt ist ein Gespräch.
Kein Untersuchungsstuhl.

15 Minuten. Online. Kostenfrei. Du musst nichts erzählen, was du nicht erzählen willst. Wir schauen nur, ob es passt.

Dr. med. Sabrina Kising · Liebeheilung.de

Damit du weißt, woran du bist

Meine Begleitung ist sexualtherapeutische Arbeit — keine ärztliche Behandlung. Diagnostik, Untersuchung und medizinische Therapie gehören zu deiner behandelnden Gynäkologin. Ich arbeite ergänzend, gerne in Abstimmung mit ihr.

Hinter Schmerzen kann auch etwas Körperliches stehen. Deshalb gehört an den Anfang immer ein ärztlicher Blick — nicht, weil etwas Schlimmes dahinterstecken muss, sondern damit nichts übersehen wird.

Für Fachpersonal

Sie behandeln eine Patientin mit Vaginismus? Ich arbeite mit Osteopathie, Physiotherapie und Psychotherapie zusammen — als sexualtherapeutische Ergänzung, nicht als Ersatz Ihrer Behandlung. Sprechen Sie mich gerne an — ich stimme mich mit behandelnden Kolleg:innen ab, wenn es hilfreich ist.

Informationen für Fachpersonal